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Ein neues Features von Herbert Rittinger: "Eine Seltenheit" Bitte lesen Sie hier weiter.
Der Lebenslauf von Artur Lang ist überarbeitet worden
MASTRO ARTURONur wenige Schlaggitarren von Artur Lang wurden im Handel vertrieben. Unter der Bezeichnung MASTRO ARTURO hat ARTUR LANG Schlaggitarren für das Musikhaus WALTER ZÖPHEL in Aschaffenburg gebaut. Eine genaue Stückzahl der gelieferten Instrumente ist leider nicht bekannt.
PRÄMUSNur wenige Schlaggitarren von Artur Lang wurden im Handel vertrieben. Etwa 50 Stück mit der Bezeichnung PRÄMUS wurden für das Musikgeschäft MUSIK SCHMIDT in Frankfurt gebaut. Von Polydor gibt es eine Werbeaufnahme, auf der Catarina Valente mit einer roten PRÄMUS zu sehen ist. Lesen Sie hier weiter
Die Entstehung der Schlaggitarren von Artur Lang. Im Jahre 1949, ein Jahr nach seiner Heimkehr aus der 3-jährigen Kriegsgefangenschaft in Sibierien, begann A. Lang in Garmisch Partenkirchen mit dem Bau von Zupfinstrumenten. Zuerst waren es spanische Konzertgitarren, aber schon nach kurzer Zeit wandte er sich der Schlaggitarre zu. Lesen Sie weiter Neuester Stand zum Thema Stückzahlen: Die Angaben über die von A. LANG gebauten Jazzgitarren sind sehr unterschiedlich. Die Autoren Norbert Schnepel und Helmuth Lemme geben in ihrem Buch ELEKTRO-GITARREN MADE IN GERMANY als Anhaltswert 1000 bis 2000 Stück an, während die Schätzung von Daniel Beurer auf dieser Seite von 200 bis 250 Stück ausgeht, die er bei der neuerlichen Überarbeitung dieser Seite mit meiner Vorstellung ergänzt hat. Eine weitere Angabe findet sich im Beitrag jetzt LANGt´s aber von WOLFGANG KRAMER in der Zeitschrift VINTAGE-GUITAR NEWS, Ausgabe Nr. 11 vom März/April 1998. Hier ist von einigen Hundert die Rede.
Nach übereinstimmenden Aussagen von mehreren Gitarristen die den Meister in seiner Werkstatt regelmäßig aufsuchten und dort ihre Instrumente bestellten und abholten, hat LANG immer 6 bis acht baugleiche Gitarren angefertigt, wobei 8 Stück die Ausnahme waren. Unterschiede gab es nur in der Ausstattung der Hardware. Ebenso wurden Kundenwünsche bezüglich der Ausführung des Bindings und der Lackierung berücksichtigt.
Zur Fertigstellung einer kompletten Charge benötigte er etwa 6 bis 7 Wochen.
Unter diesen Prämissen und unter Berücksichtigung von Vorbereitungs- und Reparaturarbeiten abzüglich des Zeitaufwands für Materialbeschaffung und Verwaltung, scheint mir eine Jahresproduktion von maximal 36 Gitarren realistisch.
Ermittlung der ungefähren Gesamtstückzahl der von LANG gebauten Jazzgitarren:
Für die Jahre 1951 bis 1960 angenommen 20 Stück pro Jahr gesamt 200 Für die Jahre 1961 bis 1970 angenommen 36 Stück pro Jahr gesamt 360 Für die Jahre 1971 bis 1972* angenommen 20 Stück pro Jahr gesamt 40
* In einem Schreiben vom 04. Juli 1974 teilt A. LANG einem Interessenten mit, daß er, aus gesundheitlichen Gründen, seit 2 Jahren keine Gitarren mehr bauen kann und auf Wunsch nur mehr kleinere Reparaturen durchführt. Durch einen glücklichen Zufall bin ich bei meinen Recherchen auf einen in Garmisch Partenkirchen lebenden Gitarrenbauer namens ERICH RAUSCHMAYER gestoßen. Bei meiner ersten telefonischen Kontaktaufnahme stellte sich heraus, daß E.R. LANG sehr gut kennt und er war sofort bereit, mir Auskunft über seine Beziehung zu ihm zu geben. Im Februar 2007 habe ich ihn besucht und habe dabei folgendes in Erfahrung gebracht:
E. R. arbeitete als Meister in der Firma Winter in Ohlstadt, welche Konzertgitarren und Kontrabässe herstellte und die er in den 70er Jahren übernahm. Er kannte A. LANG seit dieser in Garmisch ansässig geworden war und baute für diesen, neben seiner Tätigkeit bei Winter, ab 1953 bis zu dessen Tod, alle Konzertgitarren, insgesamt ca. 50 an der Zahl. Auch bei der Herstellung der Kopie der Selmer Maccaferri, die Bobby Falta im Jahre 68/69 erstmalig bei LANG in Auftrag gegeben hatte und die in einer Stückzahl von 25 bis 30 Stück produziert wurde, war er beteiligt. E. R. verbrachte viele Wochenende in der Werkstatt von LANG und hat die Aussagen der Musiker bezüglich Chargengröße und Bauzeit bestätigt.
Neues zum Thema Kopfplatten: Entgegen der bisherigen Darstellung ist die Kopfpattenform 3 keine späte Ausführung und sie steht auch in keinem direkten Zusammenhang mit der zunehmenden Sehschwäche, als Folge von Diabetes, an deren Folgen A. LANG am 20. Juli 1975 verstorben ist. Diese recht seltene Kopfplattenform ist zweifelsfrei eine Anleihe von GIBSON. Sie kommt am häufigsten bei Modellen Ende der 50er bis Anfang der 60er vor. Im privaten Fotoalbum von LANG tritt sie sehr früh in Erscheinung und zwar zu einer Zeit als die Gitarren noch mit einer tropfenförmigen Schlagplatte und mit dem bei HÖFNER standardmäßig eingesetzten harfenförmigen Saitenhalter bestückt waren. Aus der chronologischen Abfolge der Bilddokumentation muß man den Eindruck gewinnen, daß die Einführung der gravierten Metallplatte und die Ebenholzkopfplatte mit Perlmutt oder Perloid-Intarsien von SCHELLEX fast zeitgleich erfolgte. In diesen Zeitrahmen scheint auch die Einführung des V-förmigen Saitenhalters zu fallen, der mit Ausnahme des PRÄMUS-Modells, zum Standard avancierte.
Eine weitere Korrektur ist bei der Beschreibung der gravierten Kopfplatte angesagt. Diese ist nicht aus Neusilber sondern aus 1mm dickem Messingblech das nach dem Gravieren vernickelt oder in seltenen Fällen verchromt wurde. A. LANG hat aller Wahrscheinlichkeit nach nicht selbst graviert. Bei einem der ersten Modelle von ihm, einer PRÄMUS von vor 1955 habe ich auf der Kopfplatte den Stempel eines Graveurs in München gefunden. Auffallend an dieser Platte ist auch die Tatsache, daß die Gravur nach dem Vernickeln erfolgte. Desweiteren habe ich einen Gravurbetrieb in der direkten Nachbarschaft LANGS ausfindig gemacht, der mir auf Nachfrage bestätigt hat, bis zu dessen Tod für ihn gearbeitet zu haben.
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